Glaubensimpuls

Liebe Pfarreiangehörige

Wir möchten auch dieses Jahr während der Fastenzeit mit Ihnen den Weg auf Ostern hin gehen. Wir laden Sie dafür herzlich zu unseren Gottesdiensten ein. Zusätzlich dazu haben wir uns in den vergangenen Jahren auch am Mittwochabend zu einem Glaubensimpuls getroffen. Das ist im Moment nicht sinnvoll. Wir platzieren daher jeden Mittwoch eine Botschaft hier auf unserer Homepage, die Sie während der Woche lesen, hören oder anschauen können. Wir freuen uns, mit Ihnen trotz der Einschränkungen verbunden zu sein, und wünschen Ihnen eine gesegnete Fastenzeit.

P. Basil und das Seelsorgeteam

1. Glaubensimpuls - Aschermittwoch

Am Aschermittwoch beginnen wir die Fastenzeit oder österliche Busszeit, wie sie seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil auch heisst. Das Wort ‚Busse‘ hat für viele von uns einen schalen Beigeschmack. Wir denken an den Strafzettel, der unter dem Scheibenwischer klemmt, wenn wir falsch oder zu lange parkiert haben. Busse so verstanden macht uns auf eine Fehlhaltung aufmerksam und präsentiert uns die - meist finanziellen - Konsequenzen.
Die Fastenzeit, in die wir am Aschermittwoch eintreten, heisst auch ‚österliche Busszeit‘. Das könnte man als inneren Widerspruch verstehen. Ostern hat mit Erlösung, Auferstehung, Freude zu tun. Wie soll denn das mit Busse zusammengehen? Ein religiöser Schriftsteller aus den ersten Jahrhunderten des Christentums - Johannes Cassianus - kann uns da weiterhelfen. Er schreibt: "Wir tun Busse, um Liebende zu werden." Er versteht Busse also nicht als Strafe, sondern als eine Art Heilungsvorgang, der unser Herz weiten und stärken kann.

Blick nach innen
In der Fasten- und Busszeit versuchen wir darum, unseren Blick vom mehr Äusserlichen auf das Innere, auf unser Herz als Zentrum unserer menschlichen Kräfte zu lenken. Im Evangelium vom Aschermittwoch ermutigt uns Jesus dazu: ‚Wenn du betest, geh in deine Kammer und schliess die Tür zu... Wenn du fastest, salbe dein Haar und wasche dein Gesicht, damit die Leute nicht merken, dass du fastest. Dein Vater, der das Verborgene sieht, wird es dir vergelten.‘
Dieser Blick auf unser Inneres schenkt uns nicht auf Anhieb tiefere Liebe und inneren Frieden, wie es die Worte Jesu vermuten lassen. Er deckt auch manches Gerümpel auf, das sich in unserem Herzen abgelagert hat. Es ist eine Herausforderung, uns ans Aus- und Aufräumen zu machen. Hier kommt der anspruchsvolle Aspekt der Busse zum Vorschein. Liebende zu werden ist keine Sache für Schwärmer, es bedeutet auch Arbeit und Durchhalten. Wiederum ist es Jesus, der uns dazu Mut macht. Er selbst ist ein Liebender geworden und hat sich durch das Leiden am Kreuz, welches die Konsequenz daraus war, nicht von dieser Liebe abbringen lassen. So fand er zur Erfahrung von Ostern.

Verbindungen wiederherstellen
Das niederländische Wort für «Busse» kommt angeblich von «butten». Dieses Wort stammt aus der Fischersprache. Wenn die Löcher im Netz zu gross geworden sind, müssen diese ausgebessert, geflickt, die Verstrebungen wieder miteinander verknüpft werden. Das nennt man «butten». Im übertragenen Sinn steht dieses Wort für Busse. Ich bin auf vielerlei Weise verknüpft in Beziehungen mit anderen Menschen – in Familie, Verwandtschaft, Schule und Arbeitsplatz; mit Nachbarn und Freunden; im Verein oder in der Pfarrei – vergleichbar mit einem grossen Netz.
Da gibt es auch kleinere und grössere Löcher: abgebrochene, zerrissene, abgestorbene Beziehungen zu Mitmenschen – zu Gott. Könnte da nicht manches wieder ausgebessert, geflickt, neu verknüpft werden? Das bewusste Gespräch mit dem Ehepartner; sich Zeit nehmen für die Kinder; ein Lächeln für jemanden, an dem ich sonst nur vorübergehe; ein freundlicher Ton bei der Arbeit; etwas mehr Geduld mit dem Nachbarn; ein Dank an Gott: das wären Möglichkeiten.

Ostern scheint auf
Liebende zu werden ist keine Sache für Schwärmer, es bedeutet Arbeit und Durchhalten. Aber wenn wir uns daran machen, kann bereits etwas von Ostern aufscheinen und die Fastenzeit zu einer positiven, österlichen Busszeit werden lassen. Jesus macht uns dazu Mut.
Der dänische Philosoph Sören Kierkegaard hat geschrieben: "Es gibt zwei Arten von Christen: den Nachfolger Jesu - und die billigere Ausgabe desselben: den Bewunderer Jesu." Die Fastenzeit stellt uns die Frage: ‚Zu welcher Gruppe willst du gehören?‘
















 

2. Glaubensimpuls - Mittwoch der 1. Fastenwoche

«Kehr um, sonst spielt sich alles hinter Deinem Rücken ab!»
Martin Gutl, Priester und Buchautor, + 1994)

Die Fastenzeit erinnert uns als Zeit der Umkehr neue Wege zu wagen. Du kennst gewiss die Nachricht aus dem Navigationssystem: «Wenn möglich, bitte wenden!» Diese Nachricht ertönt, wenn du dich nicht mehr auf dem Weg befindest, welcher dich an das gewünschte Ziel bringen soll.

«Wenn NÖTIG, bitte wenden!» darfst du dir selber in den kommenden Tagen immer wieder sagen. Denn dich deinem Partner, deinen Kindern, deinem Mitmenschen und deinem Gott immer mehr zuzuwenden, ist ein Sinn dieser Tage.

Lebe heute ganz bewusst gelebte ZUWENDUNG. Denn das bedeutet es auch «umzukehren und zu wenden».













 

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