Gedanken für den Tag

In den letzten Wochen haben wir Ihnen, liebe Pfarreiangehörige, jeden Tag einen Gedanken mit Bild geschenkt. Um 18 Uhr, als jeweils die Glocken der Jugendkirche, der reformierten Kirche und der Klosterkirche läuteten, haben wir uns im Gebet miteinander verbunden. Am Pfingstsonntag haben nun die 'Gedanken für den Tag' und das abendliche Glockenläuten geendet. Wir bleiben im Gebet und in Gedanken weiterhin miteinander verbunden. Der Geist von Pfingsten, Gottes Heiliger Geist, möge uns begleiten und unsere Verbundenheit untereinander und mit Gott stärken. Wir freuen uns, Sie in den Gottesdiensten und anderswo wieder willkommen heissen zu dürfen.

P. Basil Höfliger und das Seelsorgeteam
 

Sonntag, 31. Mai - Pfingsten

Mach alles neu!
Durch Dich
Heiliger Geist
Kann alles neu werden
Gib uns neue Gedanken
Und lass uns das Undenkbare denken
Gib uns neue Gefühle
Und lass uns das Unbegreifbare fühlen
Gib uns neue Taten
Und lass uns das Unmögliche tun
Gib uns ein neues Herz
Und lass uns dem Unfassbaren Raum geben
Mach alles neu
Und lass uns Deine neue Welt sein
Hier auf Erden

Anton Rotzetter

Samstag, 30. Mai

Wir brauchen einen neuen Geist,
einen heilenden Geist,
eine Kraft, die uns hilft,
zu unsern Gefühlen zu stehen,
unsere Meinung zu vertreten,
unsern Weg zu gehen;
Mut,
Tradiertes in Frage zu stellen,
Grenzen zu setzen
und Neues zu wagen;
Offenheit
für die Wunder im Alltag,
die Fragen der Mitmenschen
und die Sorgen der Bedürftigen;
Einsicht,
dass manches nicht gelingt,
vieles nicht selbstverständlich
und vieles geschenkt ist.
Wir brauchen einen neuen Geist,
einen heilenden Geist,
der uns ermutigt,
auf die Stimme des Herzens zu hören.

Max Feigenwinter

Freitag, 29. Mai

Öffne mich, Heiliger Geist
Öffne meine Ohren, Heiliger Geist, damit ich Deine Botschaft höre.
Öffne meine Augen, Heiliger Geist, damit ich die Schönheit der Schöpfung sehe.
Öffne meinen Geist, Heiliger Geist, damit ich Deine Botschaft glaube.
Öffne meinen Mund, Heiliger Geist, damit ich Deiner Herrlichkeit Zeugnis gebe.
Öffne meine Hände, Heiliger Geist, damit ich Deine Hilfe fasse.
Öffne mein Gemüt, Heiliger Geist, damit ich deine Nähe liebe.
Öffne mein Herz, Heiliger Geist, damit ich deine Liebe spüre.
 

Donnerstag, 28. Mai

Unser Leben ist eine bunte Farbpalette.
Da gibt es nicht nur schwarz und weiss,
sondern unzählige schöne, starke Farben.
Es geht nicht um die Erklärung dieses wunderbaren Phänomens;
weder um elektromagnetische Wellenlängen, das ganze Spektrum, noch um Zapfen.

Es geht vor allem darum, mit welchen Farben wir uns im Alltag umgeben,
womit wir uns kleiden, unsere Wohnung einrichten –
welche Farben unserer Seele guttun und sie stärken.

Wer viel Zeit im Haus verbracht hat,
muss jetzt in die Natur gehen und auftanken:
vor dem Haus auf eine Bank sitzen und dabei dem Vogelgezwitscher horchen,
das saftige Grün der Wiesen beobachten,
das klare Blau des Himmels meditieren,
das knallige Rot aufsaugen, wenn die Sonne abends untergeht.

So kann unsere Seele wieder aufatmen und sich weiten.
 

Mittwoch, 27. Mai

Die Kirche braucht Menschen, die wie Bergseen sind: tief, durchsichtig, erfüllt mit Frieden. Der hektische, gehetzte Mensch muss in der Kirche Menschen finden, von denen die Ruhe und der Friede Gottes ausströmen. In der Begegnung mit solchen Menschen muss auch den anderen aufgehen, was ihnen eigentlich fehlt: der innerste Friede, die Erfüllung im Inneren, die Souveränität über das eigene Leben, der klare Blick, der wirkliche Glaube, Gott selber. Die Kirche wird künftig eine unersetzliche Aufgabe haben in dieser gejagten, turbulenten, rastlosen, überreizten und nervösen Zeit. Aber es wird eine starke Kirche sein müssen, erfüllt vom Frieden Gottes, von der Nähe Gottes. Stark geworden vom schweigenden Gebet.

Kardinal Franz König

Dienstag, 26. Mai

Fürs Leben gibt es
keinen Radiergummi:

Keinen Tag
kann ich auswischen,
um ihn noch einmal
anders zu schreiben.

Und doch schlägt Gott
immer wieder
eine neue Seite
für mich auf.

Und wandelt selbst das,
was ich wegradieren möchte,
liebevoll um in Segen.

Tina Willms

Montag, 25. Mai

Heiliger Geist,
Du Geist der Wahrheit, erleuchte mich,
damit ich ein Gespür entwickle für das Wesentliche in meinem Leben.

Du Geist der Stärke, bewirke,
dass mir Boden unter meine Füße wächst.
Du Geist der Freiheit, befreie mich,
damit ich lerne, dem Frieden und der Gerechtigkeit aller zu dienen.

Du Geist des Rates, verlocke mich,
damit ich das Abenteuer mit Gott wage.

Du Geist der Wissenschaft, lenke mein Denken,
dass ich die Schöpfung und die Geschöpfe leidenschaftlich achte.

Du Geist des Gebetes, bete in mir,
damit Gott sich in mir aussprechen kann.

Du Geist der Liebe Gottes, behüte mich,
damit ich leben kann in und aus Hoffnung auf immer.

Mit neuer Begeisterung will ich aufbrechen
und mich einsetzen für das Kommen deiner neuen Welt.

Verfasser unbekannt

Sonntag, 24. Mai

Gott,
Ich danke dir für mein Leben.
So zerbrechlich ist es in der Zeit.
Jeder Tag kann Anfang sein
und Ende.

Meine Zeit will ich nehmen
aus deiner Hand.
Jahr um Jahr,
Tag um Tag,
Sunde um Stunde.

Will mich versöhnen mit dem,
was nicht zu ändern ist,
und mich nicht klammern an Misslungenes.

Will beweglich bleiben,
ausloten, was ich gestalten kann,
und angehen, was ich als meine Aufgabe erkenne.

Zwischen Anfang und Ende
lehre mich, Gott,
meine Zeit zu erfüllen
und dem Leben einen Sinn zu geben.

Tina Willms

Samstag, 23. Mai

Leere Tasse – eine weise Geschichte
Eines Tages kam ein Schüler zu einer Meisterin. Er hatte schon so viel über die weise Frau gehört, dass er unbedingt bei ihr studieren wollte. Er hatte alle Angelegenheiten geregelt, sein Bündel geschnürt und war den Berg hinaufgekommen, was ihn zwei Tage Fußmarsch gekostet hatte.
Als der junge Mann bei der Meisterin ankam, saß diese im Lotussitz auf dem Boden und trank Tee. Er begrüsste sie überschwänglich und erzählte ihr, was er schon alles gelernt hatte. Dann bat er sie, bei ihr weiterlernen zu dürfen.
Die Meisterin lächelte freundlich und sagte: «Komm in einem Monat wieder.»

Von dieser Antwort verwirrt ging der junge Mann zurück ins Tal. Er diskutierte mit Freunden und Bekannten darüber, warum die Meisterin ihn wohl zurückgeschickt hatte. Einen Monat später erklomm er den Berg erneut und kam zur Meisterin, die wieder Tee trinkend am Boden saß.

Diesmal erzählte der Schüler von all den Hypothesen und Vermutungen, die er und seine Freunde darüber hatten, warum sie ihn wohl fortgeschickt hatte. Und wieder bat er sie, bei ihr lernen zu dürfen.

Die Meisterin lächelte ihn freundlich an und sagte: «Komm in einem Monat wieder.»

Dieses Spiel wiederholte sich einige Male. Nach vielen vergeblichen Versuchen machte sich der junge Mann erneut auf, um zur Meisterin zu gehen. Als er diesmal bei ihr ankam und sie wieder Tee trinkend vorfand, setzte er sich ihr gegenüber, lächelte und sagte nichts.

Nach einer Weile ging die Meisterin in ihre Behausung und kam mit einer Tasse zurück. Sie schenkte ihm Tee ein und sagte dabei: «Jetzt kannst du hierbleiben, damit ich dich lehren kann. In ein volles Gefäß kann ich nichts füllen.»

Autorin leider unbekannt

Ich wünsche mir für uns alle, dass wir auch jetzt, wenn der Alltag ganz langsam zurückkehrt, unsere Tassen immer wieder leeren, damit wir sie neu füllen können. Deshalb nicht zu viel herumhetzen, sondern hinsetzen, Tasse austrinken und SEIN.
 

Freitag, 22. Mai

Wer im Schutz des Höchsten wohnt, der ruht im Schatten des Allmächtigen, der sagt zum Herrn: "Du bist für mich Zuflucht und Burg, mein Gott, auf den ich vertraue."
Er rettet dich aus der Schlinge des Jägers und aus allem Verderben.
Er beschirmt dich mit seinen Flügeln, unter seinen Schwingen findest du Zuflucht, Schild und Schutz ist dir seine Treue.
Du brauchst dich vor dem Schrecken der Nacht nicht zu fürchten, noch vor dem Pfeil, der am Tag dahinfliegt, nicht vor der Pest, die im Finstern schleicht, vor der Seuche, die wütet am Mittag.
Fallen auch tausend an deiner Seite, dir zur Rechten zehnmal tausend, so wird es doch dich nicht treffen.
Ja, du wirst es sehen mit eigenen Augen, wirst zuschauen, wie den Frevlern vergolten wird.
Denn der Herr ist meine Zuflucht, du hast dir den Höchsten zum Schutz erwählt.
Dir begegnet kein Unheil, kein Unglück naht deinem Zelt.
Denn er befiehlt seinen Engeln, dich zu behüten auf all deinen Wegen.
Sie tragen dich auf ihren Händen, damit dein Fuss nicht an einen Stein stösst; du schreitest über Löwen und Nattern, trittst auf Löwen und Drachen.
"Weil er an mir hängt, will ich ihn retten; Ich will ihn schützen, denn er kennt meinen Namen.
Wenn er mich anruft, dann will ich ihn erhören.
In der Not bin ich bei ihm, befreie ihn und bring ihn zu Ehren.
Ich sättige ihn mit langem Leben, und lasse ihn schauen mein Heil."

Psalm 91

Hören Sie hier: https://www.youtube.com/watch?v=287FrSKnnEQ

Donnerstag, 21. Mai

Annehmen,
was in uns wächst

Annehmen
was ist
ganz leben
ganz sein
Ja sagen
zu unseren Möglichkeiten
Ja sagen
zu unseren Grenzen
für uns einstehen
damit wir bestehen
und für andere stark sind

Max Feigenwinter

Mittwoch, 20. Mai

Ich erhebe meine Augen zu den Bergen: Woher kommt mir Hilfe? Meine Hilfe kommt vom HERRN, der Himmel und Erde erschaffen hat. Er lässt deinen Fuß nicht wanken; dein Hüter schlummert nicht ein. Siehe, er schlummert nicht ein und schläft nicht, der Hüter Israels. Der HERR ist dein Hüter, der HERR gibt dir Schatten zu deiner Rechten. Bei Tag wird dir die Sonne nicht schaden noch der Mond in der Nacht. Der HERR behütet dich vor allem Bösen, er behütet dein Leben. Der HERR behütet dein Gehen und dein Kommen von nun an bis in Ewigkeit.

Psalm 121
 

Dienstag, 19. Mai

Herr, du bist

…wie ein Bänklein, auf dem sich müde Wanderer ausruhen können.
…wie ein Wegweiser, der uns zum Ziel führt.
…wie eine Kerze, die Licht und Geborgenheit ausstrahlt.
…wie ein Regenschauer nach einer Dürreperiode.
…wie ein Silberstreifen am Horizont.
…wie die Sonne, die uns leuchtet und Wärme gibt.
…wie das Meer, unendlich gross.
…wie ein Baum, der uns im Sommer Schatten spendet.
…wie eine Oase in der Wüste.
…wie ein Stock, auf dem an sich abstützen kann.
…wie eine Quelle, die niemals versiegt.
…wie die Morgenröte nach einer dunklen Nacht.

Raphael Kronig

Montag, 18. Mai

Du kennst mein Leben

Die Zeiten meines Lebens
sind dir vertraut mit allem,
was sie mir gegeben oder
auch genommen haben.

Die Jahre meines Lebens
sind dir bekannt mit allem,
woran ich mich erfreut
oder auch gelitten habe.

Die Tage meines Lebens
sind dir immer gegenwärtig,
mit allem, was mich erstaunt
oder auch entsetzt hat.

Die Schatten meines Lebens
sind in dein Licht gehüllt,
mit allem, was mich bedrückt
oder auch gestärkt hat.

Die Scherben meines Lebens
sind in deiner Güte geborgen,
mit allem, was mich verletzt
oder auch geheilt hat.

Die Geheimnisse meines Lebens
sind in deinem Herzen bewahrt,
mit allem, was mich gelähmt
oder auch beflügelt hat.

Paul Weismantel

Sonntag, 17. Mai

Gottes Segen klinge in unseren Liedern,
Gottes Segen schwinge in unseren Instrumenten,
Gottes Segen trage die Töne hin zu den Menschen!
So verbinde Gottes Segen uns alle mit seiner Melodie der Liebe:
Im Namen des Vaters, und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen

Orgel: Sarah Brunner
Panflöte: Hanspeter Oggier

https://www.facebook.com/sarbrun84/videos/10218248146335685

Samstag, 16. Mai

Ohne Worte.

Einen Moment still sein.
In sich hören.
Dankbar sein für das, was ist.

Freitag, 15. Mai

Ich wünsche uns Augen wie Jesus - Osteraugen,
die im Tod bis zum Leben,
in der Schuld bis zur Vergebung,
in der Trennung bis zur Einheit,
im Menschen bis zu Gott,
in Gott bis zum Menschen,
im Ich bis zum Du
zu sehen vermögen.

Bischof Klaus Hemmerle

Donnerstag, 14. Mai

Alter irischer Segenswunsch

Mögen sich die Wege vor deinen Füssen ebnen,
mögest du den Wind im Rücken haben,
möge die Sonne warm dein Gesicht bescheinen,
möge Gott seine schützende Hand über dich halten.

Mögest du in deinem Herzen dankbar bewahren
die kostbare Erinnerung der guten Dinge in deinem Leben.
Ich wünsche dir, dass jede Gottesgabe in dir wachse und dir helfe,
die Herzen jener froh zu machen, die du liebst.

Möge freundlicher Sinn glänzen in deinen Augen,
anmutig und edel wie die Sonne,
die aus den Nebeln steigend, die ruhige See wärmt.

Gottes Auge schaue für dich,
Gottes Ohr höre dich,
Gottes Wort spreche für dich,
Gottes Hand schütze dich,
Gottes Liebe umfasse dich.
 

Mittwoch, 13. Mai

«Und wenn du das Gefühl hast, dass gerade alles auseinander zu fallen scheint, bleibe ganz ruhig. Es ordnet sich nur neu

Dieser Weisheitsspruch, dessen Herkunft nicht bekannt ist, passt gut in eine Krisenzeit. Geraten Innenleben und Aussenleben in ein Durcheinander, so fühlt sich das in der Regel unangenehm oder gar beängstigend an. Nicht selten aber steckt hinter solchen inneren Erschütterungen und äusseren Bedrängnissen ein tieferer Sinn. Vielleicht war mein bisheriges Leben, dass mir so «ordentlich» erschien und anderen ordentlich Eindruck machte, ganz und gar nicht Ausdruck dessen, was ich wirklich bin und was Gott mit mir geplant hat. Vielleicht ist die krisenhafte Unordnung in Wahrheit nichts anderes als Ausdruck einer höheren Gnade, die eine Neuordnung der Dinge und Verhältnisse schafft, damit ich, damit wir, damit diese Welt in einem – ganzheitlichen Sinne – gesund werden kann. Bleiben wir im Vertrauen! Gott ist mit uns!

Dienstag, 12. Mai

Mein Gott, ich danke Dir,
dass Du diesen Tag zu Ende gebracht hast;
ich danke Dir, dass Du Leib und Seele zur Ruhe kommen lässt.
Deine Hand war über mir und hat mich
behütet und bewahrt.
Vergib allen Kleinglauben
und alles Unrecht dieses Tages
und hilf, dass ich allen vergebe,
die mir Unrecht getan haben.

Lass mich in Frieden unter Deinem Schutz schlafen
und bewahre mich vor den Anfechtungen der Finsternis.
Ich befehle Dir die Meinen,
ich befehle Dir dieses Haus,
ich befehle Dir meinen Leib und meine Seele.
Gott, Dein heiliger Name sei gelobt.

Dietrich Bonhoeffer

Montag, 11. Mai

Frankfurter Seligpreisungen

Selig, die mit den Augen des anderen sehen können
und seine Nöte mittragen,
denn sie werden Frieden schaffen.

Selig, die willig sind, den ersten Schritt zu tun,
denn sie werden mehr Offenheit finden
als sie für möglich halten.

Selig, die dem Nächsten zuhören können,
auch wenn er anderer Meinung ist,
denn sie werden Kompromisse fördern.

Selig, die Kranke, Alte und Behinderte besuchen,
denn sie werden niemals einsam sein.

Selig, die mit der Heiligung am Frühstückstisch beginnen,
denn sie werden Sinn im Alltag finden.

Selig, die ihre Vorurteile überwinden,
denn sie werden die Entfeindung erleben.

Selig, die auf ihr Prestige verzichten,
denn an Freunden wird es ihnen nicht mangeln.

Selig, die Niederlagen verkraften können,
denn sie werden Menschenbrücken bauen.

Selig, die zuerst mit sich selbst zu Gericht gehen,
bevor sie andere richten,
denn sie dürfen auf Gottes Segen hoffen.

P. Guido Hügen OSB

Sonntag, 10. Mai

Gott, gib mir einen neuen Himmel und eine neue Erde.
Lass mich staunen, als sei dieser Tag der erste meines Lebens.
Gib mir die Freude des Anfangs, das Glück einer frohen Erwartung,
den Mut der ersten Schritte auf einem neuen Weg.
Lass mich alle Dinge und Menschen mit deinen Augen sehen:
das Geheimnis hinter den Dingen, das Geheimnis in den Menschen.
Mach aus mir einen dankbaren Menschen.

Stefan Jürgens

Samstag, 9. Mai

Ich will offen sein für
neue Erfahrungen,
neue Begegnungen,
neue Forderungen.

Annehmen,
wenn Pläne durchkreuzt,
Vorschläge abgelehnt,
Ziele nicht erreicht werden.

Mich freuen
An guten Gesprächen (auch am Telefon),
erholsamen Stunden,
nützlichen Vorschlägen.

Dankbar sein
für spontane Hilfen,
befreiendes Lachen,
wohlwollende Anteilnahme.

Max Feigenwinter

 

Freitag, 8. Mai

Gott segne Dich,
wenn Du des Morgens aufstehst,
noch bevor es Dir gelingt,
Dich über den Tag zu ärgern
oder Dich vor ihm zu fürchten.

Gott segne Dich,
wenn Dir etwas Schweres widerfährt,
noch bevor es sich
in Deinem Herzen festsetzen kann.

Gott segne Dich
mitten im Trubel des Alltags,
wenn Du gar nicht dazukommst,
an ihn zu denken.

Gott segne Dich
am Abend,
indem er die Schatten
des Tages von Dir nimmt,
noch bevor sie sich
in Deine Träume schleichen.

Gott segne Dich,
wo Du gerade gehst und stehst,
lachst oder weinst,
glänzt oder versagst.

Gott segne Dich
in allem, was Du tust und lässt.
Amen.

Ruth Rau


 

Donnerstag, 7. Mai

Meine Notfallkiste

Als Kind hatte ich eine Feuernotfallkiste unter dem Bett. Darin: die Habseligkeiten und Seligkeitsdinge, die ich im Falle eines Feuers retten wollte. Einen Brief, mein erstes Portmonee, ein Erinnerungsfoto meines Freundes Markus aus dem Kindergarten, ein besonderer Stein, ein kleines Gebetbuch und meinen Plüschhasen.
Zugegeben: Die Idee war nicht ganz zu Ende gedacht, handelte es sich bei meiner Feuernotfallkiste doch um eine nichtfeuerfeste Pappschachtel. Aber die Idee, eine Kiste zu haben, gefüllt mit den Dingen, die mir wirklich etwas bedeuten, die gefällt mir auch heute noch. Und manchmal frage ich mich deswegen:

• Was würde ich heute retten wollen?
• Was ist mir heute wichtig?
• Welches sind die Habseligkeiten und Seligkeitsdinge meines Lebens?
• Welche schönen Erinnerungen trage ich immer in meinem Herzen?

Mittwoch, 6. Mai

Gönne dich dir selbst

"Es ist viel klüger, du entziehst dich von Zeit zu Zeit deinen Beschäftigungen, als dass sie dich ziehen und dich nach und nach an einen Punkt führen, an dem du nicht landen willst.
Du fragst: ‚An welchem Punkt?‘
An dem Punkt, wo das Herz hart wird.

Wenn also die Menschen ein Recht auf dich haben, dann sei du selbst ein Mensch, der ein Recht auf sich selber hat. Warum solltest einzig du selbst nichts von dir haben? Wie lange noch schenkst du allen anderen deine Aufmerksamkeit, nur nicht dir selbst?
Ja, wer mit sich selbst schlecht umgeht, wem kann er gut sein?

Denk also daran: Gönne dich dir selbst.
Ich sage nicht: ‚Tu das immer.‘ Ich sage nicht: ‚Tu das oft.‘ Aber ich sage: ‚Tu das immer wieder einmal.‘ Sei wie für alle anderen auch für dich selbst da, oder sei es nach allen anderen."

Heiliger Bernhard von Clairvaux, Brief an Papst Eugen III. (12. Jahrhundert)

Dienstag, 5. Mai

Gott,
du bist die Spur, der wir folgen,
du bist die Rückendeckung, die wir brauchen,
du bist der Boden, der uns trägt,
du bist die Luft, die uns atmen lässt,
du bist der Rastplatz, der uns Ruhe bringt.
Gott, du in uns,
verbinde Geist, Seele und Leib,
damit die Wunden heilen
und wir heil werden durch deinen Segen.
 

Montag, 4. Mai

Gebet zur Trösterin der Betrübten

Wir grüssen dich, Maria, Mutter unseres Herrn und Bruders Jesus Christus. Du hast der Botschaft des Engels vertraut und dich trotz aller Fragen und Zweifel für die Verheissungen Gottes geöffnet. Sein Wort ist in dir auf fruchtbaren Boden gefallen. Du hast Jesus geboren, der uns das gütige Angesicht Gottes gezeigt hat.
Den Mut und die Treue deines Glaubens hat der himmlische Vater anerkannt und dich in seine ewige Gemeinschaft aufgenommen. Mit deiner Verwandten Elisabet sprechen wir: «Selig ist die, die geglaubt hat, dass sich erfüllt, was der Herr ihr sagen liess.»
Heilige Maria, du bist uns Vorbild im Glauben. Wir verehren dich als «Trösterin der Betrübten» und empfehlen dir alle Menschen, die deines Trostes bedürfen. Wir vertrauen auf deine Fürsprache beim Vater und bitten dich für alle, um die wir in Sorge sind. Wende dich den Menschen zu, die wir lieben und die zu uns gehören! Trott bei Gott, unserem Vater, ein für unsere Kinder und Jugendlichen, damit sie einen guten Weg ins Leben finden.
Frieden und Gerechtigkeit erbitte allen, die unter Gewalt und Unrecht leiden und denen die Teilhabe an einem menschenwürdigen Leben verwehrt wird. Wir empfehlen dir alle an Leib und Seele kranken Menschen und all jene, die schwer an der Last ihres Lebens tragen.
Der Hl. Geist, der dich erfüllt hat, belebe auch unsere Kirche und führe sie zur Einheit. Er stärke unsere Gemeinden, damit sie in Wort und Tat den Lebenswillen Gottes für alle Menschen bezeugen.
Wir grüssen dich, Maria, und danken Gott, der dich uns als Schwester im Glauben und als lebendiges Zeichen seiner Nähe geschenkt hat. IHM sei Lob und Ehre heute und in Ewigkeit!
Amen.

Neues Gotteslob, 904

Sonntag, 3. Mai

Wie der Hirsch lechzt nach frischem Wasser, so lechzt meine Seele nach dir, Gott. (Ps 42,2)

Ostern ist Leben, Leben in Fülle.

Hier und jetzt − und doch noch nicht vollendet. Wir erleben das ja gerade jeden Tag. Unsere ganz persönlichen Sehnsüchte, unsere Empfindsamkeiten und Verletzlichkeiten, unsere Ängste lassen uns dürsten. Selber können wir diesen Durst nie ganz stillen. Wir können uns aber aufmachen und die ersehnte Quelle suchen. Sie ergiesst sich in vielen Seitenläufen, an denen wir trinken. Oft reichen uns dabei andere Menschen den gefüllten Becher. Auch die Sakramente sind lebensspendende Flussläufe.

Die Menschheit, ja die ganze Schöpfung hungert und dürstet nach Leben und Gerechtigkeit. Seit Ostern glauben wir, dass der Auferstandene selbst die nie versiegende Lebensquelle ist. Sie ist es, auf die wir uns zubewegen. Wir suchen sie, jeden Tag neu. Wir suchen Jesus und seine Gerechtigkeit für alle, jeden Tag. Freuen wir uns, dass Gott uns den Weg weist.

Bischof Felix Gmür

Samstag, 2. Mai

Jesus hat uns in der Bergpredigt aufgefordert, uns nicht unnötig Sorgen zu machen. Wir könnten uns ein Beispiel nehmen an den Vögeln, die sich nicht ängstlich überlegen, was sie am nächsten Tag zu fressen haben, und an den Lilien, die sich nicht um ihr wunderschönes Kleid kümmern.
Wir haben noch nie zuvor eine solche Zeit erlebt. Jetzt werden wir alle herausgefordert.

Aber diese Zeit kann auch befreiend und heilend sein, wenn wir uns mal nicht zwingen und drängen lassen, sondern wie jetzt, wahrnehmen, was ist, was in uns vorgeht.

Denn wenn wir uns ständig überhöhte Ziele setzen und immer noch mehr wollen,
leben und erleben wir nicht, was wirklich ist.
Wir alle sind Fantasien Gottes, dürfen, ja, sollen sein, wie wir sind.

Annehmen,
was jetzt ist,
ohne Wenn und Aber
Ja sagen.

Zu sich selbst kommen,
geborgen,
vertrauend,
einfach sein.

Max Feigenwinter

Freitag, 1. Mai

Manche Menschen wissen nicht,
wie wichtig es ist, dass sie einfach da sind.

Manche Menschen wissen nicht,
wie gut es ist, sie nur zu sehen.

Manche Menschen wissen nicht,
wie tröstlich ihr gütiges Lächeln wirkt.

Manche Menschen wissen nicht,
wie viel ärmer wir ohne sie wären.

Manche Menschen wissen nicht,
dass sie ein Geschenk des Himmels sind.

Sie wüssten es,
würden wir es ihnen sagen.

Paul Celan
 

Donnerstag, 30. April

Aufräumen
Wir Menschen wurden heruntergebremst.
Durften oder konnten nicht mehr unserem normalen Alltag nachgehen.
Zuerst mussten wir lernen, mit der neuen Situation klarzukommen.
Den persönlichen Umgang mit anderen Menschen möglichst zu meiden.
Den Alltag draussen auf das Nötigste zu reduzieren.
Den gemeinsamen Sport und einen Teil der Hobbys einzustellen.
Flugreisen in die Zukunft zu verschieben.
Auf Veranstaltungen aller Art zu verzichten.
Homeoffice hiess das neue Modewort.
Es sei ein Marathon – betonte der Bundesrat.

Wir wurden auf uns selbst zurückgeworfen.
Die Frage lautete: «Was tun mit mir selbst?»
Nicht mehr ausweichen, davonlaufen, vertagen.
Sondern: Hinsetzen, Geduld haben und die Zeit anders füllen.
Viele von uns haben die Zeit genutzt, um aufzuräumen: den Kleiderschrank, das Büro, die Küche, den Vorrat, den Estrich, den Keller.
Auch die Gedanken, Gefühle und Erfahrungen der vergangenen Jahre
durften endlich angeschaut und geordnet werden.

Der angeordnete Stillstand ist für viele Menschen eine Zeit,
innerlich und äusserlich aufzuräumen.

 

Mittwoch, 29. April

Herr, vieles wird anders,
für den, der stille steht,
der versucht stille zu stehn
in der rasenden Rotation der Welt
und Weltdinge – weil er dich hört.
Weil er dich rufen hört:
«Ich liebe dich.»
Vieles wird dann anders.
Es wird sein, wie bei einer Geburt:
Wehen und Nöte gehören dazu:
das Beschneiden und
Bluten des Herzens.

Silja Walter

Dienstag, 28. April

Herr, wir bringen Dir alle Erkrankten und bitten um Trost und Heilung.
Sei den Leidenden nahe, besonders den Sterbenden.
Bitte tröste jene, die jetzt trauern.

Schenke den Ärzten und Forschern Weisheit und Energie.
Allen Krankenschwestern und Pflegern Kraft in dieser extremen Belastung.
Den Politikern und Mitarbeitern der Gesundheitsämter Besonnenheit.

Wir beten für alle, die in Panik sind. Alle, die von Angst überwältigt sind.
Um Frieden inmitten des Sturms, um klare Sicht.
Wir beten für alle, die großen materiellen Schaden haben oder befürchten.
Guter Gott, wir bringen Dir alle, die in Quarantäne sein müssen, sich einsam fühlen, niemanden umarmen können.
Berühre ihre Herzen mit Deiner Sanftheit.
Und wir beten, dass diese Epidemie abschwillt, dass die Zahlen zurückgehen, dass Normalität wieder einkehren kann.

Mach uns dankbar für jeden Tag der Gesundheit.
Lass uns nie vergessen, dass das Leben ein Geschenk ist.
Dass wir irgendwann sterben werden und nicht alles kontrollieren können.
Dass Du allein ewig bist.
Dass im Leben so vieles unwichtig ist, was oft so laut daherkommt.
Mach uns dankbar für so vieles, was wir ohne Krisenzeiten so schnell übersehen.
Wir vertrauen Dir. Danke.

Johannes Hartl

 

Montag, 27. April

Nichts soll dich ängstigen,
nichts dich erschrecken!
Alles geht vorüber.
Gott allein bleibt derselbe.
Die Geduld
erreicht alles.
Wer sich an Gott hält,
dem fehlt nichts;
Gott allein genügt.

Theresa von Avila

 

Sonntag, 26. April

Impuls über das heutige Tagesevangelium: Joh 21,1-14
Eine ganze Arbeitsnacht voller Misserfolg: Netz auswerfen, warten, hoffen – das war die Erfahrung der Freunde von Jesus. Dabei waren sie Fachleute in dem, was sie taten. Trotzdem kein Erfolg. Eine frustrierende Erfahrung, die auch ein jeder in seinem Leben kennt, egal ob am Arbeitsplatz, in einem Verein, der Familie oder in einer Beziehung: man investiert sehr viel und am Ende steht man vor einem Misserfolg, ist von sich und anderen enttäuscht und leidet unter seinen Vergeblichkeiten. Und wo ist da Jesus? Er ist auch in meinem Leben oft genug der unerkannt Anwesende am Ufer und wartet, bis ich zu ihm komme, mich ihm anvertraue. Der Auferstandene sehnt sich danach, dass ich ihn einbeziehe in mein alltägliches Leben. Er möchte es fruchtbar machen. Aber statt mich nur zu trösten, fordert er mich heraus: nimm dein Netz, nimm deine Fähigkeiten und setze sie ein! Aber lass dir von mir selbst die rechte Seite zeigen und rechne damit, dass Du die alten Gleise verlassen musst, um einen ganz neuen, einen österlichen Blick auf dein Leben zu wagen.

- Wonach sehne ich mich am meisten in dieser Osterzeit?
- Wie gehe ich in meinem Leben mit Enttäuschung und Misserfolg um?
- Wer oder was hilft mir, immer wieder einen neuen Anfang zu wagen?

 

Samstag, 24. April

Mein Gebet für heute

Ich bete für die jungen Menschen,
die nicht daheimbleiben,
sondern ihre Freiheit und Freundschaft draussen geniessen möchten.

Ich bete für die älteren Menschen,
die nicht in ihrer Wohnung oder im Altersheim sitzen,
sondern spazieren und mit jemandem
ein spontanes Schwätzli auf dem Trottoir halten
oder ihren Tee in einem Café im Dorf trinken möchten.

Ich bete für die Kinder,
die ihre Schularbeiten nicht vor dem Computer verrichten,
sondern zusammen mit ihren Gspändli
in der Schule lernen, reden und lachen möchten.

Ich bete für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer,
die sich an ungewohnte Umstände gewöhnen mussten;
durch das Einhalten der Hygienemassnahmen,
das Zurücklegen des Arbeitsweges mit dem Auto statt dem ÖV,
durch die zusätzlichen Überstunden,
die situationsbedingt auf sie zugekommen sind.

Ich bete für all diejenigen,
die ihren Betrieb für Wochen schliessen mussten,
dass sie langsam wieder konkrete Schritte in die andere Richtung machen
und Licht am Ende des Tunnels erblicken dürfen.

Ich bete für die Neugeborenen,
die aus Sicherheitsgründen von ihren Grosseltern und Paten noch nicht begrüsst und geknuddelt werden konnten,
dass sie sich dennoch geborgen und willkommen fühlen.

Ich bete für die kranken Menschen,
die darauf vertrauen, dass sie Heilung erfahren.

Ich bete für die verzweifelten Menschen,
dass sie Vertrauen schöpfen in dir, Gott,
der du jedem Menschen nah bist,
wie sonst niemand.

Heile, halte und stärke uns Menschen,
schenke Geborgenheit den Einsamen,
Trost den Traurigen,
Hoffnung den Verzweifelten.

Und uns allen deine unendliche Liebe.
Amen


 

Freitag, 24. April

Gott segne das Dunkel, das du nicht verstehst
und lasse dich schauen Sein Licht.

Gott segne deine Schwäche
und lasse dich erfahren Seine Kraft.

Gott segne deine Fragen und öffne dir Ohren und Herz,
dass du Seine Antwort verstehst zu Seiner Zeit.

Gott segne deine Ungewissheit
und mache dich gewiss Seiner Gegenwart.

Gott segne deine Hoffnung und lasse dich vertrauen,
dass grösser als Seine Wünsche Seine Liebe ist.

Gott segne deine schlaflosen Nächte
und lasse den Glauben in dir wachsen, dass Er dich führt.



 

Donnerstag, 23. April

Nicht mehr wie vorher

Weniger Reden - mehr Schweigen
Weniger Ablenkung - mehr Bewusstsein
Weniger Materialismus - mehr Bescheidenheit
Weniger Stress - mehr Musse
Weniger Verein - mehr Familie
Weniger unterwegs - mehr daheim
Weniger Triebhaftigkeit - mehr Zärtlichkeit
Weniger Pflicht - mehr Kür
Weniger Tratsch - mehr Tiefe
Weniger Ablenkung - mehr sich selber
Weniger Fastfood - mehr gesunde Kost
Weniger Arbeit - mehr Freizeit
Weniger Ausreden - mehr Ehrlichkeit
Weniger schwarz/weiss - mehr Farben
Weniger Egoismus - mehr Solidarität
Weniger Lärm - mehr Stille
Weniger Geschwindigkeit - mehr Entschleunigen
Weniger Worte - mehr Sinnlichkeit
Weniger Industrie - mehr Natur
Weniger Gegeneinander - mehr Miteinander
Weniger Selbstverständlichkeit - mehr Staunen

Und was liegt Ihnen am Herzen?
Was möchten Sie aus dieser Zeit gerne beibehalten?


 

Mittwoch, 22. April

Buch des Lebens

Seit einigen Wochen schon finden keine öffentlichen Gottesdienste statt und keine Spendung von Sakramenten im öffentlichen Raum. So wichtig die Gottesdienste sind und so kostbar die Feier der Sakramente, unser Glaube erschöpft sich jedoch niemals in diesen. Unser Glaube liegt im Wort Gottes begründet, das in der Heiligen Schrift, in der Bibel uns zugetragen wird. Diese liturgisch stille Zeit lädt uns ein, die Bibel wieder mal bewusst in die Hand zu nehmen, ihre Texte zu lesen und über die Worte nachzudenken und betend ihren tieferen Sinn zu erfassen. Auch andere gute Lektüre, die uns geistig und seelisch nährt, sollte unser tägliches «Brot» sein.

Zugegeben, es ist vielleicht nicht so leicht, zu allen biblischen Texten leichten Zugang zu finden. Anfangen würde ich mit den Evangelien, mit den Texten, die vom Leben und Wirken Jesu erzählen. Es gibt auch hilfreiche und einfache Bibelkommentare. Und warum nicht zu Beginn eine Kinderbibel zur Hand nehmen? Es geht nicht darum, biblische Texte auswendig zu lernen und sie wörtlich aufsagen zu können. Wir wollen keinen Fundamentalismus, in welchem das Herz und die Liebe allzu schnell verloren gehen. Vielmehr geht es darum, die biblischen Worte wahrhaft zu verstehen. Das kann nur ein offenes Herz, das Gott aufrichtig sucht und sich von SEINER Liebe finden lässt. Das Wort Gottes soll in unserem Herzen eingepflanzt werden. Dort darf es wachsen und reifen und Früchte bringen. Regelmässige Pflege braucht dieser biblische Keimling, nämlich das Gebet, die Stille, die Meditation, die Offenheit für das vielfältige Leben… Es muss uns Christen und Christinnen darum gehen, in eine tiefe Beziehung hineinzuwachsen mit dem, der DAS Wort Gottes selbst ist und in dem sich letztlich alle biblischen Texte erschliessen: Jesus Christus, der Sohn des lebendigen Gottes!

 

Dienstag, 21. April

Herr, ich danke Dir für alle lieben Mitmenschen,
die für mich da sind,
mir helfen und mich unterstützen.
Oft fühle ich mich schwach, suche Trost
und finde ihn durch Dich bei meiner Familie,
bei meinen Freunden,
Verwandten und Bekannten.

Herr, ich danke Dir von Herzen
für all diese Menschen.
In ihnen erkenne ich einen Teil von Dir.
Durch sie erfahre ich Deine Liebe und Güte.

Es ist schön, füreinander da zu sein,
den Weg miteinander zu gehen.
Herr, sei Du dann mit uns.

Amen.

Raphael Kronig

Montag, 20. April

Das Glück

Wenn es mir gelingt,
ganz im Einklang mit mir selbst zu sein,
und dankbar anzunehmen,
was Gott mir an Fähigkeiten gegeben hat,
aber auch dankbar zu sein
für die Grenzen, die ich wahrnehme,
dann ahne ich,
was wirkliches Glück ist.

Ich sitze da, atme ein und aus
Und geniesse es, das Leben zu spüren,
mich in meiner Einmaligkeit wahrzunehmen.
Dann schmecke ich das Leben,
dann koste ich das Glück.

Ich bin der, der ich bin, von Gott
So geformt und gebildet,
in seiner Liebe geborgen,
bedingungslos bejaht.
Dann ist Frieden in mir.
Dann ist alles gut.

Anselm Grün

Sonntag, 18. April - Weisser Sonntag

Vor Jahren wurde ich einmal von einem Schweizer Zöllner ordentlich "gefilzt". Ich trug meine Mönchskutte, war also klar als Geistlicher zu erkennen. Trotzdem wollte der Zöllner mein Gepäck ganz genau kontrollieren. Ich wunderte mich und fragte ihn: "Trauen Sie mir nicht, halten sie mich für einen Schwindler, einen unechten Mönch?" Darauf die überraschende Antwort: "Der Patron von uns Zöllnern ist der heilige Thomas: Was wir nicht sehen und berühren können, glauben wir nicht."
Thomas der Zweifler! Er glaubt nur, was er selber gesehen und angegriffen hat! Das macht ihn für viele so sympathisch. Der ungläubige Thomas kommt denen zu Hilfe, die mit dem Glauben zögern.

Thomas hatte das Pech, dass er am Osterabend nicht dabei war. Die anderen hatten alle das Glück gehabt, Jesus zu erleben. Sie sahen ihn, wie er plötzlich durch die verschlossenen Türen hereinkam und unter ihnen war.

Wie oft sagen Menschen: Ich kann nicht glauben! In Wirklichkeit hatten sie nie das Glück, eine echte Erfahrung mit Gott zu haben. Vielleicht sind sie in einer Umgebung aufgewachsen, in der sie keine überzeugenden gläubigen Menschen erlebt haben. Oder sie sind Menschen begegnet, die sich selber für sehr gläubig halten, in ihrem Leben aber alles andere als glaubwürdige Gläubige sind. Manchmal können wir Gläubige den "Ungläubigen" mit unserer Art, unserem Reden und Verhalten, ganz schön auf die Nerven gehen. Und leider übersehen wir Gläubige nur allzu leicht, dass sogenannte Ungläubige sehr ernsthaft Suchende sind. Gott ist ihnen oft viel näher als wir glauben.
Allen diesen Suchenden, Zweifelnden, Fragenden kann der Apostel Thomas ein Trost und eine Ermutigung sein. Warum? Zuerst dadurch, dass Jesus den Thomas nicht tadelt. Er zeigt ihm seine Wunden, die Spuren der Kreuzigung an seinem Leib. Jesus lässt sich von Thomas berühren und berührt dadurch sein Herz. Und so kommt Thomas zum Glauben: mein Herr und mein Gott!

Thomas hatte das Glück, Jesus direkt und persönlich zu begegnen. Darum konnte er schließlich an ihn glauben. Wie aber sollen wir glauben, die nicht sehen? Glaube bleibt ein Geschenk. Deshalb darf ich nie jemanden verachten, der sich wie Thomas mit dem Glauben schwertut.

Kardinal Christoph Schönborn

 

Samstag, 18. April

Wir sind in unserem Alltag gebremst worden.
Folgende Weisheitsgeschichte kann uns gerade jetzt zum Denken anregen:

Erschöpft

Der Meister hörte sich eine Frau an, die ihm über ihren ständig wachsenden Stress und über das drohende Burnout berichtete und um Hilfe bat. Der Meister schwieg zuerst. Dann erzählte er, er habe kürzlich einen Holzfäller beobachtet. Der hatte viel Zeit und Kraft verschwendet, weil er ganz offensichtlich mit einer stumpfen Axt arbeitete.
Als er ihn fragte, wieso er denn die Schneide nicht schärfe, antwortete dieser: "Keine Zeit!"
Und plagte sich weiter.
"In dem Mann können wir uns alle wiederfinden", sagte der Meister.
"Wer nimmt sich schon die Zeit, zu fragen ob das alles sinnvoll ist, was wir tun. Und wer fragt schon, worum es eigentlich geht in unserem Leben? Nimm dir eine Zeit der Stille, und denke darüber nach."

Autor unbekannt

Freitag, 17. April

In mir ist es finster, aber bei dir ist das Licht.
Ich bin einsam, aber du verlässt mich nicht.
Ich bin kleinmütig, aber bei dir ist die Hilfe.
Ich bin unruhig, aber bei dir ist der Friede.
In mir ist Bitterkeit, aber bei dir ist die Geduld.
Ich verstehe deine Wege nicht, aber du weisst den Weg für mich.

Dietrich Bonhoeffer

 

Donnerstag, 16. April

Mir sind heute Dinge wichtig,
die ich früher kaum wahrgenommen,

ich sehe Zusammenhänge,
die ich bisher nicht gesehen,

beschäftige mich mit Themen,
die ich früher umgangen,

stelle Fragen,
die ich noch nie gestellt,

freue mich an Kleinigkeiten,
die ich bisher übersehen

und geniesse manches,
das ich früher kaum beachtet habe.

Ich liebe das Alleinsein,
brauche die Stille,
damit ungestört wachsen kann,
was angelegt ist.

Ich bin dankbar für alles,
was ich erleben darf,
bin glücklich,
Menschen zu begegnen,
die nicht aufgehört haben,
zu fragen und zu staunen.

Max Feigenwinter

 

Mittwoch, 15. April

Dann sah ich einen neuen Himmel und eine neue Erde; denn der erste Himmel und die erste Erde sind vergangen, auch das Meer ist nicht mehr. Ich sah die Heilige Stadt, das neue Jerusalem, von Gott her aus dem Himmel herabkommen; sie war bereit wie eine Braut, die sich für ihren Mann geschmückt hat. Da hörte ich eine laute Stimme vom Thron her rufen: ‚Seht, die Wohnung Gottes unter den Menschen!‘ Er wird in ihrer Mitte wohnen und sie werden sein Volk sein; und er, Gott, wird bei ihnen sein. Er wird alle Tränen von ihren Augen abwischen: Der Tod wird nicht mehr sein, keine Trauer, keine Klage, keine Mühsal. Denn was früher war, ist vergangen. Er, der auf dem Thron saß, sprach: ‚Seht, ich mache alles neu.‘ Und er sagte: ‚Schreib es auf, denn diese Worte sind zuverlässig und wahr!‘ Er sagte zu mir: ‚Sie sind geschehen. Ich bin das Alpha und das Omega, der Anfang und das Ende. Wer durstig ist, den werde ich unentgeltlich aus der Quelle trinken lassen, aus der das Wasser des Lebens strömt.‘

Bibel, Buch der Offenbarung des Johannes, Kapitel 21, Verse 1-6


 

Dienstag, 14. April

Der junge Filmemacher Nathanael Holzer schenkt uns heute ein kleines time-out und zeigt uns, was passieren kann, wenn wir aus unserem alltäglichen Rhythmus heraustreten. Dieser Schritt kann uns an einen Ort führen, wo die Liebe bereits auf uns wartet.
Wir hoffen und wünschen dir und Ihnen, dass auch du und Sie diesen Ort finden, wo Frieden uns willkommen heisst.

Die nächsten 10 Minuten sind ein Geschenk von Nath! Herzlichen Dank dafür!



 

Montag, 13. April - Ostermontag

Als die Hoffnung schon aufgegeben war,
als die Trauer sich durchsetzen wollte –
kam Ostern.

Als kein Ausweg mehr da war,
als alles verloren erschien –
kam Ostern.

Als der Tiefpunkt erreicht war,
als die Angst überhand nehmen wollte –
kam Ostern.

Als die Resignation sich ausbreitete,
als der Glaube schwand –
kam Ostern.

Als alles zu scheitern drohte
Und man es schon gar nicht mehr erwartete –
kam ER.

Thorsten Seipel



 

Sonntag, 12. April - Ostersonntag

Herr, die Frauen, die den Engel am leeren Grab gesehen hatten, eilten in Schrecken und Freude zurück…
Herr, ich weiss nicht, ob ich dich erkennen würde, wie Maria Magdalena, die Apostel und die Emmausjünger dich erkannten.
Ist mein Herz fähig, dich zu erkennen?
Habe ich Augen zu sehen und Ohren zu hören?
Herr, ich bitte dich, geh nicht achtlos an mir vorüber.
Zeige mir dein liebendes Angesicht, lass mich deine tröstende Stimme hören.
Komm, Herr, komm, zeige mir dein Angesicht und ziehe mich immer näher hin zu dir. Amen.



 

Samstag, 11. April - Karsamstag

Ein paar Frauen hatten Jesus bis zum Tod am Kreuz begleitet: Maria, seine Mutter, Maria Magdalena, Maria, die Mutter von Jakobus und Joses, Salome und der Jünger, den Jesus liebte. Sie hatten diesen unglaublich schweren Moment unter dem Kreuz mit Jesus, ihrem Sohn und engem Freund durchgestanden.

Der Karsamstag ist ein eigenartiger Tag. Zwischen gestern und morgen fühlt man sich leer. Damals haben sich die Jünger und Jüngerinnen versteckt – aus Angst, dass auch sie von den Soldaten gefasst werden könnten. Sie konnten nicht verstehen, dass Jesus hingerichtet worden war – Jesus, der Sohn Gottes, der ihnen die allumfassende Liebe gelehrt und vorgelebt hatte.

Auch in unserem Leben geschehen manchmal Dinge, die wir nicht nachvollziehen können, die uns traurig, ohnmächtig, machtlos und einsam machen – die unser Herz zutiefst schmerzen.

Und gerade in diesen Momenten ist Jesus uns aber nah. Er kommt jeden Tag auf ganz unterschiedliche Weise zu uns. Auch jetzt, wo wir nicht zusammen sein und feiern können. Jetzt, wo wir daheim auf uns gestellt sind: Jesus schenkt sich uns immer in seiner Liebe, die wir still empfangen dürfen. Wenn wir uns dafür öffnen, auch an Tagen wie dem heutigen.

«Gott gebe mir die Gelassenheit,
Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann.

Den Mut, Dinge zu ändern,
die ich ändern kann.

Und die Weisheit,
das eine vom anderen zu unterscheiden.»

Reinhold Niebuhr









 

Freitag, 10. April - Karfreitag

Dem Karfreitag ging eine Nacht voller Angst und Ablehnung voraus. Abgründe tun sich für Jesus auf. Er ist Sohn Gottes, aber ebenso sehr Mensch. Er hängt am Leben, fürchtet den Tod. Jesus bleibt mit seiner Angst allein. Seine Jünger schlafen, sind mit der Situation überfordert, machen sich davon. Auch der Himmel scheint verschlossen.

Diese Nacht lehrt uns, dass nichts und niemand in dieser Welt Sicherheit geben kann. Letztlich stehen wir allein da. Es gibt niemanden, der uns die Angst nimmt. Was uns bleibt, ist einzig das Vertrauen – wider alle Angst.

Jesus ringt sich zu diesem Vertrauen letztlich durch. Zum Vertrauen, dass Gott ist – dass sein Vater Liebe ist – trotz aller abscheulichen äusseren und inneren Begebenheiten. «Vater, in deine Hände lege ich meinen Geist.»

Ich weiss, dass du mein Vater bist,
in dessen Arm ich wohl geborgen.
Ich will nicht fragen, wie du führst;
ich will dir folgen ohne Sorgen.
Und gäbest du in meine Hand
mein Leben, dass ich selbst es wende,
ich legt’ in kindlichem Vertrauen
es still zurück in deine Hände.

P. Franz Lüttike



 

Donnerstag, 9. April - Hoher Donnerstag

Das letzte Abendmahl

Jesus traf sich nach jüdischer Tradition zum Pessachmahl. Er wusste, was danach passieren würde, dass Judas ihn verraten, dass Petrus ihn verleugnen und dass die römischen Soldaten ihn verhaften würden. Danach ging er mit Petrus, Jakobus und Johannes in den Garten Getsemani. Er hatte Angst vor der bevorstehenden Folter und betete in tiefem Vertrauen zu Gott: «Abba, Vater, alles ist dir möglich. Nimm diesen Kelch von mir! Aber nicht, was ich will, sondern was du willst (soll geschehen).»

Jesus teilte mit seinen Jüngern und Jüngerinnen das letzte Mahl, sagte ihnen, dass sie es auch nach seinem Weggehen immer wieder als Erinnerung an ihn tun sollen. Jesus ist uns gerade dadurch sehr nah und teilt mit uns das Mahl immer wieder.

Jesus hatte Angst und betete voll Vertrauen zu Abba, zu Gott, dem alles möglich ist. Er bat ihn, den Kelch von ihm zu nehmen, doch nicht sein Wille, sondern Gottes Wille soll geschehen. Jesus ist uns gerade dadurch sehr nah und geht mit uns den Weg, auch wenn wir Angst haben.

Jesus ist uns den Weg des Lebens vorausgegangen. Er hat gelebt, geliebt, gelitten und ist angekommen bei Gott. So dürfen auch wir voll Vertrauen leben, lieben, leiden und ankommen – bei und in Gott.

https://youtu.be/EWhVvXnhVUI

 

Mittwoch, 8. April

Es stimmt uns gläubige Christen traurig, dass wir die Osterliturgie nicht öffentlich feiern dürfen. Erinnern wir uns aber daran, dass sich die Auferstehung in den frühen Morgenstunden des ersten Tages der Woche ereignete, als es noch dunkel war und totenstill, als noch alle schliefen und niemand etwas hörte noch sah. Es ist typisch für Gott – von der Krippe bis zur Auferstehung: Er macht es meistens ganz leise und im Verborgenen. Gar nicht typisch für die Lebensart unserer Gesellschaft heute. Die Achtsamkeit für das Leben, die so wichtig ist für die innere und äussere Heilung, sie darf diese Tage neu eingeübt werden. Der Frühling lädt uns ein!


 

Dienstag, 7. April

Es ist deine Welt, o Herr, die in Wehen liegt.
Du bist ein mitleidiger Gott.
Du bist gekommen, um unser Leid zu teilen.
Ich bitte dich, gib deinem Volk Hoffnung, Mut, Kraft und Glauben.
Lass uns nicht zerstört werden von den Mächten des Bösen, die uns umgeben,
in uns eindringen und oft Besitz nehmen.
Vertreibe diese bösen Mächte von uns und zeige uns den Weg zu dir,
denn du bist Licht, Leben, Wahrheit, Güte und vor allem Liebe.
Amen.



 

Montag, 6. April

Manchmal brauchst du einen Engel,
der dich schützt und dich führt.
Gott schickt manchmal einen Engel,
wenn er deine Sorgen spürt.

Hast du Kummer tief im Herzen,
tut dir wahrer Zuspruch gut.
Denn mit großen Seelenschmerzen
fehlt dir jeder Lebensmut.

Wähnst du dich total am Ende
und denkst, du hättest dich verirrt,
bringt ein stiller Schub die Wende,
dass dein Herz nicht mehr erfriert.

Hab Vertrauen in die Kräfte,
die Gott selbst als Lotsen schickt.
Ihre heilsamen Geschäfte
haben dich sehr schnell erquickt.

Gott ist stets an deiner Seite,
auch wenn du ihn gar nicht siehst,
mit behutsamen Geleite,
damit neue Hoffnung sprießt.

Hermann Schulze-Brandt


 

Sonntag, 5. April

Gott, behüte alle,
die heute Nacht
wach liegen, weinen oder
über andere wachen;
und lass deine Engel
die beschützen, die schlafen.
Tröste die Kranken, gib Ruhe
den Erschöpften,
segne die Sterbenden
und sei Schutz
den Glücklichen um
deiner Liebe willen.

Aurelius Augustinus




 

Samstag, 4. April

«Ich begreife Gott nicht.
Aber manchmal ergreift er mich.»



 

Freitag, 3. April

Es kann uns manchmal das Lachen vergehen, doch verlernen dürfen wir es nie.
Es kann uns manchmal eine Sorge drücken, doch erdrücken lassen wir uns nie.
Es mag uns manchmal ein Mensch auf die Nerven gehen, doch feindselig werden dürfen wir nie.
Es mag uns manchmal das ganze Leben sinnlos erscheinen, doch geringschätzen dürfen wir es nie.
Denn es ist Gottes Gabe, und selbst die dunkelste Nacht hat ein Ende:
Es wird immer wieder Tag.

St. Peter, Merzig



 

Donnerstag, 2. April

Im Moment sind viele Eltern auf verschiedenen Ebenen beansprucht. Sie müssen nebst Erziehende, auch Lehrperson, Unterhalterin, Tröster und Managerin sein. Deshalb diese sehr passende Geschichte zum heutigen Tag mitten in der Woche:

Ein kleiner Junge kam zu seinem Vater und wollte mit ihm spielen. Dieser aber hatte gerade keine Zeit für den Jungen und auch keine Lust zum Spielen. Also musste schnell eine Ablenkung her, um den Jungen möglichst lange zu beschäftigen. Nach kurzem Überlegen hatte der Vater eine Idee:
Er fand in einer Zeitschrift eine komplizierte und detailreiche Abbildung unserer schönen Erde. Dieses Bild riss er aus und zerschnipselte es dann in viele kleine Teile. Alle Schnittteile gab er dem Jungen und erklärte ihm, welche Aufgabe er damit zu lösen hatte. Er dachte bei sich, dass der Junge nun mit diesem schwierigen Puzzle wohl eine ganze Zeit abgelenkt sei.
Der Junge zog sich mit allem in eine Ecke zurück und begann mit dem Puzzle. Wider Erwarten kam er jedoch schon nach wenigen Minuten zum Vater zurück und zeigte ihm das fertig zusammengesetzte Bild.
Der Vater konnte es kaum glauben und fragte seinen Sohn, wie er das geschafft habe. Und dieser antwortete: «Ach, weißt du, auf der Rückseite war ein Mensch abgebildet. Den habe ich richtig zusammengesetzt. Und als der Mensch in Ordnung war, war es auch die Welt.

Quelle unbekannt


 

Mittwoch, 1. April

Erster April.
Es ist kein Scherz, dass Gott in Jesus Mensch wurde – für uns!
Es ist kein Scherz, dass Jesus sich bis zum Kreuz hingab – für uns!
Es ist kein Scherz, dass Jesus von den Toten auferstand – für uns!
Es ist kein Scherz, dass Gott seinen Geist ausströmen liess – für uns!
Es ist kein Scherz, dass Gott da ist – für uns, mit uns. Auch heute!

"Und siehe, ICH bin mit euch alle Tage bis zum Ende der Welt", spricht der HERR (Matthäusevangelium 28, 20b).



 

Dienstag, 31. März

Das aus dem Jahr 1985 stammende Lied "We are the World", aus der Feder von Michael Jackson und Lionel Richie, verbindet unsere Welt in diesen Tagen wie kein anderer Song.
Beten wir, wie es im Lied heisst, dass wir den Ruf zum Zusammenstehen und Miteinander neu entdecken und leben können.

There comes a time
When we heed a certain call
When the world must come together as one
We are the world
We are the children

There's a choice we're making
We're saving our own lives
It's true we'll make a better day, just you and me
Oh, send them your heart
So they know that someone cares
And their lives will be stronger and free
As God has shown us by turning stones to bread
And so we all must lend a helping hand

https://www.youtube.com/watch?v=BdnteHS9bnY

Es kommt die Zeit,
wenn wir einen bestimmten Aufruf brauchen
Wenn die Welt als Ganzes zusammenkommen muss
Wir sind die Welt, wir sind die Kinder

Da gibt es eine Wahl, die wir treffen
Wir retten unsere eigenen Leben
Es ist wahr, wir werden einen besseren Tag machen
Nur du und ich
Also schicke ihnen dein Herz
So dass sie wissen, dass sich jemand um sie kümmert
Und ihre Leben werden stärker und frei sein
Wie Gott es uns gezeigt hat
Als er Stein zu Brot verwandelte
Und so müssen wir alle helfen


 

Montag, 30. März

Von guten Mächten treu und still umgeben,
behütet und getröstet wunderbar,
so will ich diese Tage mit euch leben
und mit euch gehen in ein neues Jahr.

Noch will das alte unsre Herzen quälen,
noch drückt uns böser Tage schwere Last.
Ach Herr, gib unsern aufgeschreckten Seelen
das Heil, für das du uns geschaffen hast.

Und reichst du uns den schweren Kelch, den bittern
des Leids, gefüllt bis an den höchsten Rand,
so nehmen wir ihn dankbar ohne Zittern
aus deiner guten und geliebten Hand.

Doch willst du uns noch einmal Freude schenken
an dieser Welt und ihrer Sonne Glanz,
dann wolln wir des Vergangenen gedenken,
und dann gehört dir unser Leben ganz.

Dietrich Bonhoeffer  

 

Sonntag, 29. März

Guter Gott,
die Zeit, in der wir gerade leben, ist nicht leicht.
Wir hören jeden Tag über eine Krise, die wir so noch nicht erlebt haben.
Steh den alten, kranken und einsamen Menschen bei und schenke ihnen Hoffnung, diese Zeit unbeschadet zu überstehen.
Stärke die, deren Arbeit für uns gerade unerlässlich ist, die Mitarbeitenden in Krankenhäusern, Apotheken, Supermärkten, die Feuerwehrleute, die Rettungskräfte und alle, die sich in weiteren Schlüsselpositionen für uns einsetzen.
Sei auch bei den jungen Leuten, dass sie frohen Mutes in die Zukunft blicken können und die Zeit, die ihnen jetzt zur Verfügung steht, sinnvoll für sich nutzen können.
Stehe deiner Kirche bei, dass sie neue Formate des Gebets für sich entdeckt und stärke die Gläubigen mit deinem Heiligen Geist. Schenke uns Zuversicht und den Mut, Solidarität und Nächstenliebe jetzt zu leben und segne uns und alle, die uns nahe sind.
Denn du bist Vater, Sohn und Heiliger Geist – heute und in Ewigkeit.
Amen

Hubert Lenz

 

Samstag, 28. März

Ich sitze im Garten, neben mir ein Buch, das mich ablenken soll, mein Handy, welches mir die neusten Nachrichten überbringt, meine Gedanken, die mich umtreiben.
Es ist nicht einfach, ganz ruhig zu werden, die Stille in sich auszuhalten. Doch gerade dazu werden wir alle nun angehalten. Und mir fällt der kurze Text von Antony de Mello ein:

«Hier sitze ich neben dir»,
sagte Gott zu seinem eifrigen Anhänger,
«und du zerbrichst dir den Kopf weiter über mich,
bemühst deine Zunge, um über mich zu reden,
suchst Bücher, um über mich zu lesen.
Wann wirst du endlich still und spürst mich?»


 

Freitag, 27. März

Wenn Dein Weg oft auch steinig ist,
sei gewiss: Ich bin bei Dir.

Wenn Du schwere Zeiten bestehen musst,
sei gewiss: Ich stehe zu Dir.

Wenn Angst und Sorgen Dich plagen,
sei gewiss: Ich helfe Dir.

Wenn Du nicht mehr weisst wie weiter,
sei gewiss: Ich zeige Dir den Weg.

Wenn Kraft und Gesundheit Dich langsam verlassen,
sei gewiss: Ich verlasse Dich nicht.

Wenn Du denkst, dass ich Dich vergessen habe,
sei gewiss: Ich habe Dich in meine Hand geschrieben.

Amen.

Raphael Kronig



 

Donnerstag, 26. März

Der HERR segne dich und behüte dich.
Der HERR lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig.
Der HERR hebe sein Angesicht über dich und gebe dir Frieden.

Aaronitischer Segen
(Numeri 6,24)


 

Mittwoch, 25. März

Jetzt ist es wie in Feld und Garten:
auch da muss man geduldig warten.
Denn sowohl Viren als auch Knollen
tun leider das nur, was sie wollen
und nicht was sie von uns aus sollen.
Der Mensch, bis daher so allmächtig,
wird vielleicht schlichter und andächtig.

P. Christoph Müller


 

Dienstag, 24. März

Sei du mir Fels

Jesus, Herr, Du Menschgewordener,
wenn alles fliesst und so vieles vergeht, sei Du mir Fels, auf dem ich stehen kann.
Wenn alles bebt und die Welt zum unsicheren Ort wird, sei Du mir Grund, der unerschütterlich trägt.
Wenn um mich Streit ist und auch die Nächsten sich entfernen, sei Du der Friede, der in meinem Herzen wohnt.
Wenn ich mir selbst nicht glaube und keinem, der mir Gutes sagt, sei Du das Wort des Vaters, dem ich trauen kann.
Wenn alle gehen und zur Treue der Mut fehlt, sei Du mein Freund, der bis zum Ende bleibt.
Amen.

Georg Lengerke


 

Montag, 23. März

Guter Gott,
wir gehen durch eine Zeit der Unsicherheit und Angst:
Da ist die Sorge um geliebte Menschen.
Da ist die Furcht, sich anzustecken.
Da ist die Ungewissheit, wie sich unsere Welt in diesen Monaten verändern wird.
Da ist jetzt schon ein grundlegender Einschnitt in unser gewohntes Leben:
Wir müssen auf manches verzichten, das wir gerne tun, um so andere Menschen nicht in Gefahr zu bringen.
Das belastet uns, und wir hoffen, dass diese Zeit bald vorübergeht.

Dies alles: unsere Befürchtungen, unsere Hoffnungen, unsere Ängste, tragen wir vor dich.
Du hast gesagt, dass du unsere Gebete hörst.
Du hast gesagt, dass wir unsere Sorgen auf dich werfen dürfen.
Du hast gesagt, dass du bei uns bist alle Tage bis ans Ende der Welt – auch in dunklen Zeiten.
Wir vertrauen dir.
Wir legen die Menschen, die wir lieben, in deine Hand: Segne sie und behüte sie.
Und wir bitten dich, schenke uns Kraft und Zuversicht und beschütze uns in dieser Zeit.
Amen.


 

Sonntag, 22. März

Auch Gott möchte uns anstecken; er möchte uns anstecken mit dem Geist der Wahrheit, der Liebe und der Freude. Heute feiern wir den Sonntag Laetare, den Sonntag «Freue dich»! Der Gesang zu Beginn der Messe ist dem Buch Jesaja entnommen (Jes 66, 10f) und lautet: «Freut euch mit Jerusalem! Jubelt in der Stadt, alle, die ihr sie liebt. … Saugt euch satt an ihrer tröstenden Brust, trinkt und labt euch an ihrem mütterlichen Reichtum.» Die Freude bezieht sich in diesem Zusammenhang auf das nahende Osterfest: In der Auferstehung Jesu hat Gott den Virus jenes Todes besiegt, der trennt und Mauern aufbaut. Vertrauen und Nähe werden möglich, die im Bild des kleinen Kindes an der Brust der Mutter wunderbar zum Ausdruck kommen.


 

Samstag, 21. März

Es stehen still
fast alle Sachen
und was ich will,
kann ich nicht machen.
Da drängt sich auf
- beim stillen Sinnen - :
ICH RÄUME AUF!
(denkbar auch von innen).

P. Christoph Müller

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