KAB-Ausflug

Etwas verspätet kommen wir an der Bushaltestelle am Paulusplatz an. Unsere Guides winken von der anderen Strassenseite. Pit und Marcel werden uns auf dieser zweieinhalbstündigen Tour Plätze und Institutionen abseits der Touristenpfade zeigen. Die Guides der Touren von "ABSEITS Luzern – die andere Stadtführung", sind ehemalige Obdachlose, Drogensüchtige, Stadtoriginale und sozial benachteiligte Menschen. Auf der Tour erzählen uns Pit und Marcel nach und nach ihre Lebensgeschichte. Marcel, 52, hat eine Elektronikerlehre gemacht und danach viele Jahre als Softwareprogrammierer für eine Bank gearbeitet. Das erste Mal in Kontakt mit Drogen kam er durch seine Freundin. "Am Anfang nur als Wochenendkonsument". Nach einem Unfall war der Job weg und der soziale Abstieg begann. Pit, 59, ist gelernter Schriftenmaler mit langjähriger Berufserfahrung im Gastgewerbe. Nach längerer Arbeitslosigkeit hat der selbsternannte (Über)Lebenskünstler nun mit den Stadtführungen wieder eine Aufgabe gefunden. Die Guides führen die Besucher auf insgesamt sieben Touren zu sozialen Einrichtungen der Stadt und verknüpfen diese mit ihrer eigenen Lebensgeschichte. "Wir sind berühmt", meint Pit und grinst. Zehntausend Gäste hätten seit Beginn vor zwei Jahren an den Führungen teilgenommen, Marcel relativiert die Zahl sofort auf achttausend. Die beiden ergänzen sich gut, und trotz der Tragik ist in ihren Erzählungen immer auch eine Prise Humor und Schalk mit dabei. "Wir sind gut auf unsere neue Aufgabe als Stadtführer vorbereitet worden" sagen beide. Der erste Halt an diesem Nachmittag gilt dem Secondhandladen der Caritas, der für jeden offen steht. Hier findet man Einrichtungsgegenstände, Kleider, Spielsachen und selbstproduzierte Produkte aus den Werkstätten. Im Lebensmittelgeschäft unweit davon braucht es einen Ausweis, der belegt, dass die Bezüger am Existenzminimum leben. Die beiden Institutionen der Caritas haben eine tägliche Kundenfrequenz von 280 bis 300 Personen. Danach geht’s weiter zum Pavillon von "Vicino Luzern", wo sich Menschen aller Gesellschaftsschichten treffen und Nachbarschaftshilfe und Dienstleistungen vermittelt werden. Anita vom Secondhandladen "Ziitlos" erzählt aus dem Leben ihres 2004 verstorbenen Lebensgefährten Emil Manser. Er war ein Luzerner Stadtoriginal, der mit seinen ungewöhnlichen Auftritten und gesellschaftskritischen Sprüchen provozierte. Es geht weiter zum "Vögeligärtli", wo einst die offene Drogenszene vorherrschte. Pit und Marcel erzählen weitere Eckpfeiler aus ihrem Leben - unverblümt und selbstkritisch. Ihre Offenheit kommt in der Gruppe gut an. Marcel ist heute "clean", wohnt mit seiner Tochter in einer hübschen Wohnung und hat wieder eine Stelle gefunden. Wir freuen uns von Herzen mit und applaudieren spontan. Weitere Stationen auf unserer Neustadttour sind die Velostation beim Bahnhof und das "Inseli", wohin sich nachts der Schwulenstrich ausbreitet. Die Velostation bietet arbeitslosen und ausgesteuerten Menschen Beschäftigungsprogramme an. Im "Quai4", einem weiteren Integrationsprojekt, und letzten Stadion auf unserer Tour, kehren wir ein und verabschieden uns herzlich von unseren beiden Guides, die dank dieser "Abseits" Tour ins Zentrum gerückt sind und ein Gesicht bekommen haben. 



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