Osterfiir

Um 13.30 Uhr begrüsste Franziska Keller die über 40 Familien im Park des SJBZ/Hotel Allegro zum traditionellen Osterfest und stimmte ins diesjährige Thema "glauben" ein. Wie einfach sagt man: "Ich glaube", aber woran glaubt man wirklich? So zog sich der Glaube auch durch die verschiedenen Ateliers: beim Basteln durfte man auf Leinwand ein Bild mit Fischen malen. Auch das Gemeinschaftsbild bestand aus einem Meer und einem grossen Fischernetz und alle Teilnehmenden waren eingeladen, ihre verzierten Holzfische auf das Bild zu kleben, woraus ein schönes Kunstwerk entstand.
Wie jedes Jahr konnten natürlich auch wieder Eier bemalt und eine Familienosterkerze mit Wachs geschmückt werden. Ebenfalls durften das Sorgenkreuz und ein theologischer Input von P. Aaron zum Thema nicht fehlen. Er begann darin weit zurück im Alten Testament und den Israeliten, die nach der Sklaverei in Ägypten mit Moses vierzig Jahre lang unterwegs gewesen waren und dass aus dieser Dankbarkeit der Rettung heraus das jährliche Paschafest der Juden entstand, welches dann im Neuen Testament auch Jesus mit seinen Jüngern und Jüngerinnen traditionell feierte und dabei unser Abendmahl einführte. Dass es dann Frauen waren, die am Ostermorgen das leere Grab entdeckt hatten und dass Petrus es mit eigenen Augen sehen musste, da er den Frauen nicht glaubte. Danach liefen sie freudig los und erzählten die frohe Botschaft allen Menschen, denen sie begegneten. Der Glaube nahm seinen Anfang.

Mit der Stossbäre über das Hochseil
Um 17.00 Uhr trafen noch viele weitere Familien ein, um die Osterfiir draussen am Osterfeuer zu beginnen. P. Aaron segnete das Feuer, entzündete die Sunntigsfiir-Osterkerze und man zog in die Kapelle ein. Da wurde es eng und heimelig. Österliche Lieder wie "Mir fiired Ostere, will Jesus wieder läbt", "Es git es Zeiche nachem Tod" und weitere waren schon vor der Osterfiir von Michael Schweyer mit einer grossen Gruppe von Teilnehmenden eingesungen worden. So gab es im Gottesdienst einen dynamischen Wechsel zwischen Kindern und Erwachsenen und die österliche Freude war immer mehr spürbar.
Nach dem Text aus dem Lukasevangelium, als die Frauen das offene Grab entdeckt hatten, hielt P. Aaron eine kurze, ins Herz gehende Predigt. Darin ging es um den Seiltänzer Charles Blondin, der 1847 unter jubelnder Zurufe vieler Zuschauenden über ein hohes Seil balancierte. Anschliessend hätte er eine "Stossbäre" (Walliser Ausdruck für eine Garette!) hervorgeholt und gefragt: "Glaubt ihr, dass ich diese mit einer Person über das Seil schieben kann?" und die Leute hätten zugestimmt. Doch auf die Frage, wer sich getrauen würde, darin Platz zu nehmen, meldete sich dann niemand. Alle hätten "den Schiss in der Hose" gehabt, meinte der Prediger weiter und erntete dafür herzhaftes Lachen – wie es für Ostern genau richtig ist. Erst nach einer Weile hätte sich eine einzige Person gemeldet und es stellte sich heraus, dass dies seine eigene Mutter war, die ihrem Sohn voll vertraute und sich für ihn in die Garette setzte. Genau das ist Glauben – tiefes Vertrauen.

Kurzer Schlusssegen vor dem Osternestsuchen
Vor den Fürbitten und der Eucharistiefeier durften die kleinsten Kinder mit Firmanden in einen Nebenraum, um eine Viertelstunde zu spielen. Zusammen mit den Fürbitten und persönlichen Anliegen wurden die Osterkerzli entzündet und somit die fast zu klein gewordene Kapelle weiter aufgewärmt.
Vor dem ganz kurzen Schlusssegen kamen die Kinder wieder zurück, gerade rechtzeitig, um zu hören, dass der Osterhase für jedes von ihnen ein Osternestchen versteckt hatte. Das musste ihnen natürlich nicht zweimal gesagt werden.

Himbeertraum und Osterfreude
Anschliessend stand das Spaghettibuffet bereit. Es wurde geschwatzt und gelacht – die Osterfreude ging offensichtlich auch durch den Magen. Um Viertel vor acht trug eine Gruppe von Kindern und Erwachsenen das Kreuz ins Dorf, wo es P. Basil mit seinen Ministranten entgegennahm, um es als Zeichen für eine grosse Pfarrei in der Osternachtsfeier derJugendkirche aufzustellen – ob man nun in der Jugendkirche oder in der Kapelle des SJBZ Ostern feiert. So viele Menschen zusammen hätten an einem Ort gar nicht Platz gehabt.
Als Schlusspunkt wurde das Dessertbuffet aufgebaut, welches aus Himbeertraum, Schokoladenmoussetorte, Mandelgipfeln, Rüeblitorte und vielen anderen kulinarischen Köstlichkeiten bestand. Viele Familien hatten dazu beigetragen, wie auch zur österlichen Stimmung. Der Familienträff war sich einige: wieder ein unglaublich schönes Fest, das nicht mehr aus dem Kirchenjahr wegzudenken ist. Und wunderbar, dass so viele Familien mit ihren Kindern mitgefeiert haben. Möge diese Osterfreude und der Glaube weitergetragen werden.

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