Achtsamkeit

Im Religionsunterricht an der Oberstufe Einsiedeln wird zurzeit das Thema «Achtsamkeit» behandelt. In unserer medialen, schnelllebigen Welt ist oft kein Platz für sich selbst, sehr oft sind wir fremdbestimmt. Dies gilt auch im Unterricht. Die Lektionen sind dicht gedrängt, wer nicht mitkommt, wird zum Aussenseiter.

Hinzu kommt die Überforderung durch Alltagsstress sowie das Gefühl des Versagens - und Mobbing gibt dann noch den Rest. Fazit: SchülerInnen sind nebst der Schule durch Berufsfindung, Sport, Musikunterricht, etc. verplant und manchmal bereits nahe am Ausbrennen. Ein Burnout im jugendlichen Alter kann die Folge sein.

Die Religionspersonen möchten auf diesem Hintergrund versuchen, die SchülerInnen zu motivieren, damit sie lernen, an ihren «Freitagen» einfach einmal nichts zu tun! Sie sollen Momente ohne Handy, Laptop und Lernstress finden, indem sie sich an einem ruhigen Ort in innerer Stille und Achtsamkeit üben können.

Am Anfang also steht Achtsamkeit. Im Alten Testament, beim Propheten Micha, findet sich ein sensibler Vers: «Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist, nämlich Liebe üben und aufmerksam mitgehen mit deinem Gott.» Der Satz lässt sich «erden». Dann gelten Aufmerksamkeit, Achtsamkeit und Sorgfalt der Erde und ihren Geschöpfen, den Menschen, dem Partner, und nicht zuletzt mir selbst. Dann merke ich, dass ich lebe - und nicht gelebt werde.

Anselm Grün, Verwalter der Benediktinerabtei Münsterschwarzach, erzählt von einem Zen-Mönch, der einmal gefragt wurde, welche geistlich-religiösen Übungen er pflege. Er antwortete: «Wenn ich esse, dann esse ich. Wenn ich sitze, dann sitze ich. Wenn ich stehe, dann stehe ich. Wenn ich gehe, dann gehe ich.» Darauf der Fragende: «Das ist doch nichts Besonderes. Das tun doch alle.» Da meinte der Mönch: «Nein, wenn du sitzt, dann stehst du in Gedanken schon. Und wenn du stehst, dann bist du in Gedanken schon auf dem Weg.»

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