Pfingstweekend

Die einen kommen, die anderen gehen: An Pfingsten pilgern viele Menschen zum Gebet nach Einsiedeln. Der Familienträff der kath. Pfarrei organisiert über die Pfingsttage seit Jahren ein besonderes Wochenende für Kinder und Erwachsene im Jugendhaus der Heilsarmee in Stäfa. Diesmal zum Thema Glanz und Gloria.

Ein Teil der Teilnehmenden reisten bereits am Freitag nach Stäfa, um das Jugendhaus der Heilsarmee einzurichten, anzukommen, ein erstes gemeinsames Nachtessen zu geniessen und vom Alltag abzuschalten. Besonders die Kinder freuten sich über die Zusatznacht.
Alle anderen besammelten sich am Samstag vor Pfingsten um halb zehn beim Parkplatz Brüel. Die Kinder, welche ohne Eltern mitkamen, wurden in die übrigen Autos aufgeteilt und die Reise nach Stäfa konnte losgehen.
Nach Ankunft und Zimmerbezug stand für die ganze Gruppe eine Begrüssungs-Apéro mit kleinen Häppchen bereit. Kulinarisch verwöhnte auch in diesem Jahr wieder Michael Schweyer mit kräftiger Unterstützung aller anderen Lagerteilnehmenden. Franziska Notter-Keller begrüsste alle herzlich und führte in die Lagerregeln ein.
Am Nachmittag nach Wurst vom Grill und einem Salatbuffet, wurde gespielt, geschwatzt, die Jungen wärmten sich mit Fussball ein, um die "Alten" herauszufordern. Der erste Sieg ging dann aber an die ältere Generation.
Um 17.00 Uhr lud P. Benedict zu einem spirituellen Impuls mit Fotocollagen ein. Eine interessante Diskussion folgte. Eine der vielen, denn Zeit zum Reden hatte man an diesen Tagen. Nach Abendessen und dem Abwaschen wurde getöggelt, gewerwölfelt, gejasst, geredet und viel gelacht.

Welche Persönlichkeit spricht dich an?
Nach einem reichhaltigen Brunch wurde am Sonntagmorgen der Esssaal zu einem Gottesdienstraum umgestellt und grosse Porträts von Stars und Persönlichkeiten an die Wände gepostet. Da hingen neben Cameron Diaz, Zac Efron, James Dean und Prinzessin Victoria der Abt Urban, Bischof Vitus Huonder, der Fussballstar Neymar oder Papst Franziskus. Eine 6-köpfige Band war eingespielt und P. Benedict und Franziska Notter-Keller luden zur Pfingstfiir ein.
Man musste sich zum Besinnungsteil Gedanken über die eigenen Fähigkeiten machen, welche Persönlichkeit einem besonders beeindruckt und wer man vielleicht selbst gerne wäre oder für welche Talente man sich gerne noch mehr Geist wünschte.
Aus der Apostelgeschichte wurde anschliessend das Pfingstereignis erzählt und in der Predigt war zu erfahren, dass Pfingsten das Lieblingsfest von Papst Johannes XXIII. gewesen war – wen wundert das. Der umstrittene Papst, der erst im Jahr 2000, zusammen mit dem liberalen Pius IX. selig gesprochen worden ist, weil ihn Einzelne als eine kirchenpolitische Zumutung empfanden. Der Papst, der 1962 Bischöfe und Theologen aus allen Kontinenten zum Zweiten Vatikanischen Konzil nach Rom einberufen hat Dinge eröffnet hat. Er liebte den Pfingstgeist und wünschte sich sehnlichst eine Erneuerung der Kirche, öffnete die Fenster, um genau diesen Geist der Erneuerung in die Welt zu senden. Er versuchte es und schaffte es zumindest für eine ganz kurze Zeit…
Es nützt nichts, über fehlende Erneuerung zu lamentieren. Pfingsten zeigt uns Menschen jedes Jahr, dass Gott mit den Menschen mehr vorhat. Denn Pfingsten ist ein Fest des Aufbruchs und des Neuanfangs. Und das Schöne: Pfingsten hat nichts mit Leistung zu tun, denn den Geist gibt es kostenlos – wir werden gratis beschenkt. Wo gibt es denn sowas noch? Denn Gott verlangt von den Menschen keine Leistung, sondern wünscht sich die menschliche und zwischenmenschliche Liebe.
In Gruppen machte man sich dann Gedanken über die Pfingstgaben und eine Fürbitte. In beiden Gestalten wurde kommuniziert. Und dass der Gottesdienst schlussendlich gegen zwei Stunden lang dauerte, viel gesungen und gebetet wurde, überraschte wohl niemanden. Der Pfingstgeist wirkte auf verschiedenen Ebenen.
 

Fussball gefolgt von einem glanzvollen Abendprogramm
Nachmittags durften die Kleineren – passend zum Thema – ein glitzriges Schmuckästchen verzieren und auf dem Fussballplatz folgte natürlich die Revanche "Alt gegen Jung". Verdient gewannen dabei die Jungen. Gerade rechtzeitig, um zu duschen und ein schönes Kleid oder ein Hemd anzuziehen. Denn ein feines Vier-Gang-Menu wartete auf alle. Abends folgten verschiedene Runden des Spiels "Glanz und Gloria" – oder einfach ausgedrückt: dem Ich- und Du-Spiel. Welches Paar, ob Geschwister, Freundinnen, Ehepaar oder Büropartner kennt sich denn am besten? Es sei nicht verraten, wer dabei den Hochzeitstanz gewonnen hat.
Nach einer feucht-fröhlichen Abwaschrunde wurde wieder bis spät in die Nacht gespielt und vor allem gelacht.

Mit einer Portion "heilige Verrücktheit" losgeschickt
Müde Gesichter erschienen da am Pfingstmontag beim Frühstück. Erwachten dann aber zur Olympiade, die diesmal wetterbedingt im Innern durchgeführt werden musste. Vor der letzten Mahlzeit forderten die Jungen die "Alten" noch einmal auf dem Fussballplatz heraus. Nach einer letzten Mahlzeit musste dann leider schon wieder gepackt, aufgeräumt und geputzt werden. Mit viel Pfingstgeist, Begeisterung und einer Portion "heiliger Verrücktheit" – wie Papst Johannes XXIII. damals zu sagen pflegte – wurden die bunten Ballone gegen den Himmel losgeschickt. In der Hoffnung, den Geist Gottes in alle Winde weiter zu tragen und möglichst lange zu wirken.
 

Fotos:
Ballone: Markus Keller
Alle anderen: P. Benedict Arpagaus
 

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